Patient Blood Management hilft Patientensicherheit zu steigern und Kosten zu senken

Einen wichtigen Beitrag zu einem effizienten und sicheren Patient Blood Management (PBM) leisten patientennahe und leistungsstarke Point of Care-Systeme zur schnellen und komplexen perioperativen Gerinnungsanalyse, wie die Rotationsthromboelastometrie (ROTEM).  Diese trägt dazu bei, Fehler zu vermeiden, das Personal zu entlasten und den Bedarf an Blutprodukten zu senken, was gerade im Hinblick auf das neue Krankenhausstrukturgesetzt (KHSG) von Bedeutung ist.

Für Patienten ist die Therapie mit Blut und Blutprodukten mit erheblichen Risiken verbunden und hat zudem negative Auswirkungen auf ihre Genesung. So ist die Gabe von Blutplasma unter anderem mit einer erhöhten Sterblichkeit, einer höheren Komplikationsrate von Herzinfarkten, Thrombosen und Nierenversagen sowie mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Blutstrom- oder Lungeninfekten assoziiert. Wie sich in aktuellen Studien gezeigt hat, wirkt sich die Gabe von Erythrozytenkonzentraten sogar noch Jahre nach einer Transfusion negativ auf das Überleben der betroffenen Patienten aus.

Prof. Kai Zacharowski vom Universitätsklinikums Frankfurt/Main, hält es deshalb für wichtig, die Transfusion von Blutprodukten auf das unbedingt Notwendige zu beschränken. Das geschehe in der Krankenhausroutine jedoch noch zu selten, beklagte der Experte während  einer Pressenveranstaltung des Unternehmens TEM International. So würden häufig Blutkonserven transfundiert, die im Einzelfall gar nicht nötig seien. Mit Hilfe des „Patient Blood Management“, einem klinischen Maßnahmenkonzept zur Steigerung der Patientensicherheit lassen sich, wie aktuelle Veröffentlichungen belegen, Blutverlust und postoperative Komplikationen verringern, Krankenhausliegezeiten verkürzen und die Gesamtkosten senken.  Ziel des Programmes ist es, die Alternativen zur Fremdbluttransfusion, wie etwa die präoperative Behandlung einer Anämie, voll auszuschöpfen.

Präoperative Anämie rechtzeitig abklären und korrigieren

Denn eine vorbestehende Anämie sei der Risikofaktor Nummer eins für eine Fremdbluttransfusion während einer Operation, stellte Zacharowski fest. Blutarmut bestehe immerhin bei bis zu 30% der eltektiv-operierten Patienten.

Schon eine leichte unbehandelte Anämie im Rahmen einer Operation sei mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen und Sterblichkeit assoziiert, so Zacharowski weiter. In mehr als 30% der Fälle sei ein bis dahin unbekannter Eisenmangel für die Anämie verantwortlich. Die herkömmliche Vorgehensweise sei in solchen Fällen eine Transfusion von Blutkonserven. Eine Korrektur der präoperativen Anämie werde dagegen oft unterlassen. „Dabei lässt sich eine solche Anämie  durch die orale oder intravenöse Gabe von Eisen vor einer Operation, mit wenig Aufwand ausgleichen und somit die Wahrscheinlichkeit des Fremblutbedarfs senken“, betonte Zacharowski.

Auch neue Point of Care-Systeme wie die Rotationsthromboelastometrie (ROTEM) tragen, als diagnostisches Tool im Rahmen des Patient Blood Management zu einem sparsameren Einsatz von Blut und Blutprodukten bei. Im Operationssaal, in der Notaufnahme oder auf der Intensivstation ermögliche dieses eine zeitnahe, qualitativ und quantitativ hochwertige Gerinnungsanalyse, die weit mehr klinisch relevante Informationen liefere, als die Standardlabordiagnostik, durch welche die Transfusion in den vergangenen Jahrzehnten meist gesteuert wurde, wie Prof. Stefan Hofer vom Uniklinikum Heidelberg, verdeutlichte.

Mit einer modernen, vor Ort dürchgeführten Rotationsthromboelastometrie ließen sich Trombozyten-, Faktoren- und Fibrinogenentgleisungen bis zu über 30 Minuten schneller als im Standardlabor ermitteln. Die Therapie des blutenden Patienten könne so zielgerichteter und rascher an die aktuellen Gerinnungsergebnisse angepasst werden, erläuterte Hofer.

Vollautomatische Systeme der jüngsten Generation wie der ROTEM sigma benötigen nur eine Vollblutprobe, Pipettier- oder andere Testvorbereitungsschritte sind hingegen nicht mehr notwendig. Auf diese Weise wird das Personal entlastet und Fehlerquellen werden minimiert. Die Einsatzmöglichkeiten der differenzierten ROTEM-Diagnostik reichen von den verschiedenen chirurgischen Fachgebieten der Traumatologie und Geburtshilfe bis hin zur Hämatologie, Hepatologie und Intensivmedizin. Das Patient Blood Management-Programm hält Zacharowski auch vor dem Hintergrund des wachsenden Anteils älterer Menschen in der Gesellschaft für wichtig, da größere Operationen und Anämien gerade im höheren Alter zunehmen. Auch im Hinblick auf das neue KHSG könnte das Patient Blood Management Kliniken helfen, sich für die kommenden Herausforderungen zu wappnen.

Quelle:

Fachpressegespräch „Das neue Krankenhausstrukturgesetz: Patient Blood Management und ROTEM eine Offensive zur Verbesserung der Qualitätssicherung“, 4. Februar 2016, München, Veranstalter: Tem International
 

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