Labor & Diagnostik

Molekulare Diagnostik neu definiert

19.11.2014 -

Seit Anfang der 1990er Jahre nutzt Roche die PCR-Technologie (Polymerase-Kettenreaktion, engl. Polymerase-Chain-Reaction, PCR) in der molekularen Diagnostik und strebt stetig nach weiteren Innovationen.

Mit der Einführung einer neuen Gerätegeneration, den cobas-6800- und cobas-8800-Systemen, wird ein in der molekularen Diagnostik bisher nie dagewesener Automatisierungsgrad erreicht. In der Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz hat man sich für das cobas-6800-System entschieden. Über die Gründe und Vorteile sprechen die Verantwortlichen im nachfolgenden Interview.

Vollautomatisierte Laborarbeitsplatzlösungen der Zukunft

Die neuen cobas-6800- und cobas- 8800-Systeme bieten ganz neue Möglichkeiten für das PCR-Labor, indem sie einen komplett automatisierten Prozess von der Probenvorbereitung über die Extraktion bis zur Detektion von Nukleinsäuren durch die Real-Time-PCR-Technologie bieten. Die manuelle Bedienung durch den Labormitarbeiter wird auf ein Minimum reduziert. Auch die Testfreigabe wurde optimiert, denn die Testergebnisse liegen nun nach noch kürzerer Zeit vor. Zusätzlich können zu dem von Roche entwickelten Testrepertoire zahlreiche Parameter mit hauseigenen Tests im Utility Channel bestimmt werden, was die Auswahl an Testparametern größer und flexibler macht.

Die Transfusionszentrale der Universitätsmedizin Mainz gehört zu den ältesten universitären transfusionsmedizinischen Einrichtungen in Deutschland und ist mittlerweile der größte universitäre Blutspendedienst der Region. Der Institutsdirektor, Prof. Dr. Walter Hitzler, und der Leiter des Freigabelabors, Dipl.-Biol. Stefan Runkel, standen freundlicherweise für ein Interview zur Verfügung.

M&K: Herr Prof. Hitzler, was hat Sie am cobas-6800-System von Roche Diagnostics überzeugt?

Prof. Walter Hitzler: Wir hatten in Deutschland vor ein bis zwei Jahren das Problem, dass wir bei HIV-Infektionen Typ-1-Mutanten nicht mit der PCR erkannt haben. Daraufhin gab es große Diskussionen, inwieweit wir das verbessern können, indem wir mehrere Fragmente von HIV mittels Multiplex- und Duplex-PCR erkennen. Das war einer der ersten Gründe, warum wir uns für ein cobas-System der Firma Roche interessiert haben.

Hinzu kommt, dass die gesamte Palette, die wir benötigen, untersucht werden kann. Das betrifft die Hepatitisviren A, B und C, HIV, neuerdings das West- Nile-Virus und wahrscheinlich auch kreuzreagierende Chikungunya-Viren und demnächst auch das Hepatitis-E-Virus - alles Erreger, welche wir erkennen müssen. Das cobas-System bietet uns einerseits die Möglichkeit, alle Verfahren, auch die Multiplexverfahren, durchzuführen. Andererseits haben wir damit, wenn wir weiter expandieren, auch die Möglichkeit, diese Untersuchungen sehr zeitnah und sehr sicher durchzuführen.

Herr Runkel, welche Vorteile bringt das cobas-6800-System für Ihren Laboralltag?

Stefan Runkel: Der hohe Automatisierungsgrad dieses Systems entlastet die Labormitarbeiter immens. Die schnelle Turn-around-time führt dazu, dass man flexibel auf den aktuellen Blutbedarf reagieren kann. Da wir an ein Krankenhaus mit Maximalversorgung angeschlossen sind, sind wir darauf angewiesen, Blutprodukte zeitnah freigeben zu können.

Wie bewerten Sie den Einsatz gebrauchsfertiger Reagenzkassetten und die integrierte Onboard-Lagerungsmöglichkeit des cobas-6800-Systems?

Stefan Runkel: Das Auftauen oder Vorbereiten von Reagenzien kann immer dazu führen, dass personenabhängige Varianzen entstehen. Durch die Onboard-Lagerung von Reagenzien, die nicht weiter vorbereitet werden, hat man die Möglichkeit, solche Varianzen auszuschließen.

Wie relevant ist für Sie die Möglichkeit, Blutspende- sowie IVD-Parameter gleichzeitig auf einem System testen zu können?

Prof. Walter Hitzler: Die Möglichkeit, nicht nur Blutspender, sondern auch Patienten gleichzeitig zu untersuchen, ist ein Aspekt, der zumindest in einer Einrichtung wie der unseren eine sehr wichtige Rolle spielt. Wir haben als klinikintegrierter Blutspendedienst nicht nur Spender, sondern auch Patienten.

Die Möglichkeiten, parallel zu arbeiten und sowohl Patienten als auch Blutspender mit dem gleichen System zu untersuchen, sind eine Win-win-Situation für entsprechende Kliniken mit solchen Einrichtungen.

Welche Eigenschaften begeistern Sie am meisten am cobas-6800 System?

Stefan Runkel: Der hohe Durchsatz und die schnelle Verfügbarkeit von Ergebnissen stehen hier sicherlich im Vordergrund. Was allerdings auch beeindruckend ist, ist die aktuelle Sensitivität der einzelnen Parameter, die ebenfalls beim Blutspendescreening eine ganz große Rolle spielt.

Der neue cobas-MPX-Test hat insbesondere für den Parameter HIV-1 eine verbesserte Sensitivität. Was bedeutet das für Sie?

Prof. Walter Hitzler: Eine verbesserte Sensitivität des neuen Verfahrens für HIV bedeutet zum einen, dass wir wesentlich früher Infektionen erkennen können. Zum anderen sind abgesichert über die Multiplex-PCR auch mehrere Varianten zu erkennen, die man möglichweise mit der normalen PCR nicht erkennen würde.

Welche Bedeutung hat für Sie die Möglichkeit, mittels Utility Channel eigenentwickelte PCR-Tests am cobas-800-System durchführen zu können?

Prof. Walter Hitzler: Wir haben mit diesem System einen extra Kanal erhalten, wo wir eigene Tests entwickeln können. Das halte ich speziell für solche Einrichtungen wie der unseren, die an Universitäten angegliedert sind, für einen ganz wichtigen Aspekt.

Wir befinden uns fortwährend in der Entwicklung. Wir müssen Parameter möglicherweise neu finden bzw. für neue Parameter Methoden entwickeln. Darum ist eine solche Möglichkeit auf diesem System sehr gut, um nicht nur Neuentwicklungen der Firmen abzuwarten, sondern möglicherweise auch in Kooperation mit der Firma Roche Neuentwicklungen auf diesem System vorantreiben zu können.

 

 

 

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